08.12.2017, Mainz

Pflegeoffensive 2018 muss auf Bundesebene initiiert werden

Diskussion um flächendeckeckende, allgemeinverbindliche Tarifverträge inhaltlich führen

„Die Debatte um flächendeckende, allgemeinverbindliche Tarifverträge muss inhaltlich und substantiell geführt werden, um die eingesetzten Mittel des Sozialsystems auch sinnvoll einzusetzen. Eine Pauschalablehnung, wie es der private Arbeitgeberverband Pflege vorgemacht hat, wird dem Anliegen nicht gerecht“, findet der Präsident der rheinland-pfälzischen Landespflegekammer, Dr. Markus Mai.


Es sei ein richtiges Signal, dass in den Ländern diese Debatte geführt werde. „Wer als Pflegekraft tagtäglich einen so anspruchsvollen und anstrengenden Job ausübt, muss auch angemessen verdienen. Für mich ist klar: Wir brauchen endlich in der Fläche faire Löhne, die in Tarifverträgen ausgehandelt werden. Es passt einfach nicht zusammen, wenn auf der einen Seite der zunehmende Fachkräftemangel beklagt wird, wir auf der anderen Seite noch nicht einmal überall Tarifverträge haben und Investoren das Gesundheitssystem als Gewinnmaschine entdecken.“
Die dementsprechende Diskussion sei wichtig, dürfe aber auch nicht von weitergehenden Fragestellungen ablenken.
Pflegeoffensive 2018 muss Agenda einer neuen Bundesregierung werden.


Mai begrüßt, dass zumindest der Eindruck entsteht, dass professionell Pflegende und die Rahmenbedingungen, unter denen sie Ihre Arbeit erledigen, endlich auch im Fokus der Politik stehen. Die Forderungen nach einem „Masterplan Pflege“, die von Pflegewissenschaftlern des „Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung“ (dip), um Professor Dr. Frank Weidner, erhoben werden, teilt auch die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz vollumfänglich.  Ziel des Masterplans Pflege ist es, u.a. die Vergütungen für Pflegepersonal (insbesondere in der Altenpflege) um bis zu 30 % anzuheben und bis zum Ende der Legislatur bis zu 100.000 zusätzliche Pflegestellen in Krankenhäusern, Altenheimen und ambulanten Diensten zu schaffen. Außerdem sollen Mittel in Forschung, Innovation und hochschulische Pflegeausbildung fließen. Dafür werden jährlich Finanzmittel in Höhe von etwa 12 Mrd. Euro zusätzlich gebraucht, die solidarisch über die Kranken- und Pflegeversicherungen sowie durch zusätzliche Steuermittel aufgebracht werden müssen.


„Wir haben uns in einem Schreiben an die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer gewandt, damit eine Pflegeoffensive 2018 Teil der Verhandlungen zwischen SPD und Union werden“, so Mai abschließend.

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