Pflegepersonalbesetzung auch in Rheinland-Pfalz deutlich zu gering!

Viele Kolleginnen und Kollegen erleben täglich auf ihren Arbeitsstellen in den Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz eine unzureichende Personalbesetzung und eine hohe Arbeitsbelastung.

Dennoch wird in einem Gutachten des Rheinisch-Westfälische Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) für Rheinland-Pfalz ein um 10% höherer Personalanteil als bundesweit, ermittelt. Daneben stellen die Gutachter auch fest, dass in Rheinland-Pfalz pro Pflegefachkraft vergleichsweise zu viel Geld ausgegeben werde. Die Ursache sehen sie im fehlenden Wettbewerb durch private Krankenhausträger.

In diesem Gutachten wird den Krankenhäusern in RLP aber auch eine hohe Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit bescheinigt.


Unsere Position:

  • Wir sehen trotz der höheren Personalbesetzungszahlen weiterhin einen deutlichen Mehrbedarf an fachkompetentem Pflegepersonal in unseren Krankenhäusern.
  • Wir sehen die jetzige Kostenstruktur für die Pflege als nicht kritisch. Sie ist u.a. dadurch verursacht, dass in RLP zum großen Teil nach oder in Anlehnung an große Tarifverträge gezahlt wird.
  • Wir lehnen eine gezielte Ausweitung von privaten Trägern in Rheinland-Pfalz ab, weil die Belastung der Pflegenden schon jetzt an der Obergrenze angelangt ist.
  • Die Misere wird durch die verhältnismäßig schlechte Ausfinanzierung der Krankenhausinvestitionen durch das Land verschärft. Dies ist so in der Zukunft nicht mehr hinnehmbar, weil die bauliche Struktur der Einrichtungen erhalten bleiben muss, werden dadurch Mittel für Personal- und Sachausstattung für Baumaßnahmen verwendet.
  • Wir sehen schon jetzt deutliche Hinweise, dass es durch nicht umfassende Pflege in den Krankenhäusern zu nachhaltigen Folgen kommt, weil beispielsweise Patient(inn)en nicht ausreichend bei der Mobilisation unterstützt werden können. Die Folgeschäden wirken sich auf die Zeit nach der Krankenhausentlassung aus und werden somit gar nicht erfasst, und tauchen auch nicht in Statistiken auf.


Was tut Ihre Kammer / was können Sie tun?

  • Wir machen die Öffentlichkeit auf den Sachverhalt aufmerksam. Dazu haben wir eine Pressemeldung veröffentlicht (www.pflegekammer-rlp.de).
  • Die Mitglieder sind aufgerufen, nach Möglichkeit mit ihren Landtagsabgeordneten in Kontakt zu treten, um diese auf die unzulängliche Investitionsfinanzierung hinzuweisen.
  • In Gesprächen mit Vertretern der Fraktionen des Landtages werden die unzulänglichen Finanzierungsaspekte kontinuierlich zum Thema gemacht.
  • Wir fordern eine wissenschaftliche Untersuchung der oben bezeichneten Folgewirkung von schlechter personellen Besetzung.

Zurück