Alles andere als selbstverständlich

Mainz, 1.4.2021

Joko und Klaas machen bei Pro 7 eine Sondersendung zum Pflegenotstand

Am Mittwochabend machten Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf in ihrer Sendung "Joko und Klaas live" auf die katastrophalen Zustände in der beruflichen Pflege aufmerksam. In einer mehrstündigen Reportage wurden Pflegefachpersonen bei ihrer täglichen Arbeit begleitet. Seit der Ausstrahlung trendet der Hashtag #nichtselbstverständlich in den sozialen Medien. Die Reportage dauert rund sieben Stunden und zeigt Zuschauerinnen und Zuschauern eine gesamte Frühschicht. Dazu Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz:

„Die Corona-Krise hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie abhängig das Gesundheitswesen vom Einsatz der Pflegefachpersonen ist. Ein wesentlicher Punkt wird dabei oft vergessen: Schon vor Ausbruch der Pandemie hatten wir mit einer ungerechten Bezahlung und einer viel zu dünnen Personaldecke in Heimen und Kliniken zu kämpfen. Dass unter diesen Bedingungen die Arbeit im Beruf als extrem unbefriedigend wahrgenommen wird, liegt eigentlich auf der Hand. Dies müsste mittlerweile auch dem Letzten bewusstgeworden sein, vor allem da in der Reportage auch über Kollegen berichtet wird, die 23 Tage am Stück arbeiten. Das darf und kann es nicht geben. Auf die Probleme zeigen und gleichzeitig wegsehen bringt keinem was. Hier sind wir auch als Gesellschaft gefordert, da Pflege früher oder später jeden etwas angeht.“

„Der vom Pflegepersonal geleistete „Liebesdienst“ mit den zahlreichen Überstunden und den psychischen als auch körperlichen Herausforderungen wird leider als selbstverständlich betrachtet. Höhere Beiträge und Steuern, um das Schaffen weiterer Stellen zu gewährleisten, als auch eine höhere Bezahlung zu ermöglichen, allerdings nicht. Diese Rechnung wird schon sehr bald nicht mehr aufgehen. Wir kennen die Probleme nicht nur, wir kennen sogar ihre Lösungen. Daher ist es nun endlich an der Zeit, die Pflege auch in den wichtigen Gremien auf der Bundesebene mitreden und aktiv mitgestalten zu lassen. Viel zu lange wurde unsere Stimme überhört, das muss ein Ende haben. Jedes Mal zu nicken, aber nichts zu unternehmen, wenn über die desaströsen Zustände in der Pflege gesprochen wird, führt nicht zum gewünschten Ergebnis. Sollte nicht endlich die Initiative ergriffen werden, wird es eine Frage der Zeit sein, bis uns die nächste Sendung die Versäumnisse der Politik so drastisch vor Augen führt“, so Mai.

 

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