Bund muss bei Freihaltepauschalen umdenken

Mainz, 03.12.2020

Neue Regelung benachteiligt kleine Krankenhäuser

Durch die hohe Infektionsrate der vergangenen Wochen ist die Zahl der Corona-Patienten rasant gestiegen. Krankenhäuser müssen sich je nach Inzidenz in der jeweiligen Region auf die potentiell steigenden Patientenzahlen vorbereiten und Versorgungsengpässe vermeiden. Daher sind unter anderem freie Bettenkapazitäten notwendig, deren Bereithaltung für Kliniken jedoch wenig wirtschaftlich ist. Dazu Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer:

„Die Wiedereinführung der Freihaltepauschalen ist prinzipiell zu begrüßen. Von den neuen Regelungen profitieren derzeit allerdings nur Kliniken, die Leistungen der Notfallversorgung in den beiden höchsten Notfallstufen erbringen. Die kleinen Krankenhäuser, die ebenfalls elementar für die Versorgung von Corona-Patienten sind, gehen durch die aktuellen Regelungen leer aus. Der Bund ist hier gefordert, den Ländern durch eine Anpassung der Regelungen mehr Spielraum zu lassen.“

Es sei verständlich, dass sich kleine Krankenhäuser und die dort Beschäftigten derzeit benachteiligt fühlten. Insgesamt sei die Tatsache, dass die Prämien nur 90 Prozent der Bettenauslastung des Vorjahres abdecken, für alle Krankenhäuser als kritisch zu betrachten. Krankenhäuser könnten nicht einfach Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, wenn die Versorgung auch weiterhin gewährleistet werden solle, so Mai.

„Die Corona-Pandemie erfordert ein sektorenübergreifendes Handeln. So kann es erforderlich sein, dass insbesondere Krankenhausmitarbeiter aus der Grund- und Regelversorgung zur Unterstützung angefragt werden. Dadurch könnten sie in Einrichtungen der stationären Altenhilfe aushelfen, falls dort aufgrund eines Corona-Ausbruchs plötzlich die Versorgung in Gefahr steht. In der Konsequenz müsste der Regelversorger dann auch seine aktuell verfügbaren Betten reduzieren. Eine Freihaltepauschale in Höhe von 100 Prozent wäre in diesem Fall ebenfalls angebracht.“

 

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