Hitzewellen wirken sich auf pflegerische Versorgung aus

Mainz, 3.6.2022

Rund 150 Staaten beteiligen sich jährlich am Weltumwelttag – Klimawandel und Pflege müssen zusammengedacht werden

Der Weltumwelttag findet jährlich am 5. Juni statt. Die Vereinten Nationen haben ihn ins Leben gerufen, um das weltweite Bewusstsein und das Handeln zum Schutz der Umwelt zu fördern. Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz möchte an diesem besonderen Tag vor allem auf die durch Hitze erschwerten Arbeitsbedingungen in der beruflichen Pflege und die Versorgungsdefizite aufmerksam machen. Dazu erklärt Präsident Dr. Markus Mai:

„Insbesondere während der noch andauernden Coronapandemie, in der das Pflegepersonal mit Schutzausrüstung arbeitet, wird die Belastung durch steigende Hitze enorm sein. Zum Schutz der Pflegebedürftigen und des Pflegepersonals ist dringend erforderlich, dass geeignete Hitzemaßnahmen in allen Einrichtungen und Krankenhäusern konsequent durchgesetzt werden“.

„Vom Bund und den Bundesländern fordern wir zielgerichtete Investitionen für umfassende Gebäudesanierungen mit entsprechender Technik; nicht nur für die Krankenhäuser, sondern für alle Orte, an denen pflegebedürftige Menschen in Institutionen wie in Altenheimen versorgt werden. Die erforderlichen Klimainvestitionskosten dürfen nicht nur den Pflegeempfängern angelastet werden. Derzeit haben wir jedoch in den Krankenhäusern eine Investitionsfinanzierung, die bei weitem nicht ausreicht. Eine staatliche Investitionskostenfinanzierung in Altenheimen erfolgt faktisch gar nicht!“, erklärt Mai.

„Es ist doch unzumutbar, dass schwer kranke Menschen sowie Pflegebedürftige im Extremfall bei Raumtemperaturen von über 30 Grad untergebracht werden und dabei Pflegefachpersonen noch körperlich und psychisch hochanstrengende Tätigkeiten verrichten müssen. Wichtig ist daher in jedem Fall, ausreichend Personal in stark hitzebelasteten Wohnbereichen oder Stationen einzusetzen, um den zusätzlichen Anforderungen und Belastungen gerecht werden zu können“, fordert Mai.

„Weiterhin sind alle Möglichkeiten zur Eindämmung weiterer Belastung durch Arbeitgeber zu ergreifen. Mitarbeitenden sollen daneben kostenfrei Erfrischungen und weitere Mittel zur individuellen Bewältigung der Hitzebelastungen zur Verfügung gestellt werden“, sagt Mai.

„Wir sehen also eindeutig, dass der Klimawandel auch einen Einfluss auf die berufliche Pflege hat. Die Landespflegekammer RLP wird dementsprechend auch künftig Strategien mitentwickeln, um wetterbedingten Gesundheitsrisiken für Pflegefachpersonen entgegenwirken zu können“, so Mai.

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