Kammern bieten beruflich Pflegenden Einflussmöglichkeiten

01.03.2018, Mainz

Kammern bieten beruflich Pflegenden Einfluss-möglichkeiten

Echte Interessenvertretung auch für Pflegende in Baden-Württemberg muss das Gebot der Stunde sein

Der Präsident der rheinland-pfälzischen Landespflegekammer, Dr. Markus Mai, reagiert auf die Kritik des „Bündnis für Altenpflege“ an der vermeintlich fehlenden Wirksamkeit von Pflegekammern. „Auch durch das ständige Wiederholen dieser Scheinargumente wird das Märchen von „wirkungslosen Pflegekammern“ nicht wahrer. Die Versuche von Verbänden und Gewerkschaften, die Situation der Pflegenden zu verbessern, waren in der Vergangenheit leider nicht von nachhaltigem Erfolg gekrönt. Es braucht eine Interessenvertretung, die nicht zuletzt aufgrund der Rechtsform und der Mitgliedsstärke durchsetzungsfähig ist.“

Die Rahmenbedingungen, unter denen Pflege stattfindet, müssen dringend verbessert werden. Viel zu lange haben Pflegende ihre Forderungen hinten angestellt. Mithilfe ihrer Kammer können die Pflegenden nun endlich ihre Angelegenheiten in Eigenverantwortung selbstbestimmt regeln und gleichberechtigt an der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens wirken.

„Es muss endlich Schluss sein mit der massiven Ausbeutung von Pflegenden! Deshalb braucht es eine durchsetzungsfähige Interessenvertretung, die, ausgestattet mit einer entsprechenden Rechtsform, an den entscheidenden Stellen das Gehör der politischen Entscheidungsträger findet und auf Augenhöhe den anderen Akteuren des Gesundheitswesens begegnet“, erläutert Mai.

Landespflegekammern stellen eine große Chance dar, um die Interessen der Berufsgruppe wahrzunehmen und nach vorne zu bringen. Keine Gewerkschaft, kein Berufsverband verfügt über diese Möglichkeiten, da Kammern als Körperschaften des öffentlichen Rechts (KdöR) über ganz andere, viel effektivere gesetzlich legitimierte Durchsetzungsmöglichkeiten verfügen. Über ihre Kammer handeln die professionell Pflegenden bei der Weiterentwicklung des Berufsstandes und des Gesundheitswesens auf Augenhöhe aktiv mit den anderen Akteuren und Berufsgruppen im Gesundheits- und Pflegewesen.

„Unsere Themen und Forderungen erhalten seit Etablierung der Kammer im Jahr 2016 eine ungleich höhere Aufmerksamkeit. So hat sich die Kammer deutlich und nachvollziehbar gegen die Initiative von Arbeitgeberverbänden zur ersatzlosen Abschaffung der Fachkraftquote in der Altenpflege eingesetzt. Dieses Engagement werden wir fortsetzen“, betont der Kammerpräsident.

Durch unwahre Behauptungen, wie der falschen Aussage, dass es einen „Zwang zur Fortbildung auf eigene Kosten“ gebe, sollen die Pflegenden in Baden-Württemberg verunsichert werden, um damit die dringend gebotene berufliche Autonomie unserer Berufsgruppe durch die Errichtung von Pflegekammern zu verhindern.

Das Bündnis für Altenpflege solle stattdessen seine gedankenlose Blockadehaltung überdenken, die den beruflich Pflegenden Einflussmöglichkeiten kosten könnte. Das Bündnis spreche mit seiner geringen Mitgliederausstattung und seiner starken Arbeitgeberfixierung auf keinen Fall für die Beschäftigten in der Altenpflege. Bisher habe es weder für die Berufsgruppe noch für die zu versorgende Bevölkerung nachhaltig etwas erreicht. Das versuche man offensichtlich durch die gegenstandslose Kritik zu verschleiern. „Die Ängste der Bündnismitglieder, bei Etablierung der Landespflegekammer in Baden-Württemberg an Bedeutung zu verlieren, muss hinter der großen Chance für unsere Branche zurückstehen. Auch die Kolleginnen und Kollegen in unserem benachbarten Bundesland verdienen diese Möglichkeit der echten Einflussnahme und der durchsetzungsfähigen Interessenvertretung“, so Mai.

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