Landespflegekammer führt erstes Gutachterregister der beruflichen Pflege

Mainz, 13.01.2020

Erstmalig entscheiden beruflich Pflegende über die Anforderungen an Pflegesachverständige - Anträge zur Aufnahme in das Register können ab sofort gestellt werden

„Das von der Landespflegekammer aufgebaute Gutachterregister stellt für die berufliche Pflege ein absolutes Novum dar. Wann darf jemand als Sachverständiger für pflegefachliche Gutachten bezeichnet werden? Diese und weitere Fragen waren zuvor ungeklärt, nun sind die zu erfüllenden Voraussetzungen ganz klar definiert. Mit dem Register wird sichergestellt, dass qualifizierte Pflegefachpersonen mit der Erstellung der Gutachten beauftragt werden können. Somit ist es nicht mehr notwendig, dass branchenferne Sachverständige die Qualität der Pflegeerbringung einschätzen. Für die Weiterentwicklung des Pflegeberufs ist die Erstellung pflegefachlicher Gutachten von großer Bedeutung, da durch diesen Prozess zu einer kontinuierlichen Qualitätsverbesserung beigetragen werden kann. Über diesen Meilenstein zu Jahresbeginn freuen wir uns ganz besonders und sind zuversichtlich, dass noch weitere folgen werden“, sagt Hans-Josef Börsch, Vorstandsmitglied der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

Die Gutachten dienen der Klärung defizitärer Pflegeerbringungen und begründen den aktuellen Stand pflegefachlichen Wissens mit. Behörden oder Privatpersonen können auf diese Fachexpertise zur Erstellung von Gutachten zugreifen. Für die Aufnahme in das Gutachterregister sind einige Voraussetzungen zu erfüllen: So müssen die jeweiligen Sachverständigen die verschiedenen Gutachtenformen kennen, gesetzliche Normen einsortieren und diese situationsadäquat einhalten. Dazu zählen unter anderem die Tatsachenfeststellung, die Verteidigung von Gutachten sowie der professionelle Umgang mit berufsspezifischen Expertenstandards.

„Wir rufen unsere Mitglieder herzlichst dazu auf, sich als Gutachter in unser Register aufnehmen zu lassen. Der Prozess ist sehr leicht durchzuführen, für Fragen steht selbstverständlich unsere Geschäftsstelle zur Verfügung. Je breiter das Angebot an Sachverständigen, desto besser können die einzelnen Bereiche abgedeckt werden, die bei einer potentiellen Gutachtenerstellung zu berücksichtigen sind. Die Gutachter tragen direkt zu einer Qualitätssteigerung in der beruflichen Pflege bei und tragen hierbei eine große Verantwortung. Auch für Außenstehende wird mit dem Register ein klares Signal gesendet: Bei Schadensfällen in Einrichtungen begleitet nun jene Berufsgruppe durch das Verfassen der Gutachten den Prozess mit, die bei pflegerelevanten Fragen in der Verantwortung steht“, so Börsch.

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