Maßnahmen der Landesregierung sind zu unterstützen

Mainz, 18.03.2020

Erhöhung der Beatmungskapazitäten hat absolute Priorität – Ambulante und stationäre Langzeitpflege muss stärker berücksichtigt werden

„Die in Rheinland-Pfalz beschlossenen Maßnahmen zur Stärkung der pflegerischen Versorgung sind in dieser schwierigen Phase absolut nachvollziehbar. Auch wenn wir grundsätzlich eine Aussetzung der Personalgrenzen ablehnen, ist sie aufgrund der besonderen Lage derzeit gut begründbar. Der bevorstehende Bedarf an Intensivbehandlungskapazitäten ist ohne diese Maßnahmen kaum zu decken. Die Einrichtung von Krankenhäusern mit einer Schwerpunktversorgung für COVID-Patienten sowie das Erweitern von Beatmungskapazitäten um 50 Prozent sind zu begrüßen. Das Verwenden der Beatmungsgeräte aus der Anästhesie stellt zusätzlich ein adäquates Mittel dar, um die Engpässe einigermaßen einzudämmen. Neben einer Nachqualifizierung des Pflegepersonals, für die die Landespflegekammer die Federführung übernehmen soll, müssen in den Einrichtungen die organisatorischen Strukturen im Sinne eines professionellen-Skill-Mix geschaffen werden. Nur die enge Verzahnung von langjährig erfahrenen Intensivpflegepersonen und den nachqualifizierten Pflegefachpersonen gewährt eine den Umständen entsprechende sichere Versorgung“, so Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

Zusammen mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der Landeskrankenhausgesellschaft hat die Landesregierung Rheinland-Pfalz ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus auf den Weg gebracht. So ist unter anderem eine Aufstockung der Intensivbetten und als Voraussetzung dafür eine Nachqualifizierung des Pflegepersonals, das derzeit nicht in der Intensivpflege eingesetzt ist, geplant. Zudem hat man sich auf Bundesebene auf einen Schutzschirm für Krankenhäuser geeinigt, um die wirtschaftlichen Auswirkungen ausgleichen zu können. Auch dieses Mittel wird von der Landespflegekammer im Hinblick auf die Sicherung der Einrichtungen und der Arbeitsplätze sehr begrüßt.

„Wir müssen jetzt einen Schritt weiterdenken und daher Maßnahmen beschließen, die auch noch nach der Krise greifen. Dazu gehört für uns eine Stärkung der ambulanten und stationären Langzeitpflege. Auch in diesen Bereichen ist gegen einen Mangel an Schutzausrüstungen vorzugehen. Andererseits sollten die Einrichtungen zum Beispiel durch den Wegfall der Tagespflege ebenfalls finanziell unterstützt werden, damit auch dort die Arbeitsplätze nicht durch Liquiditätsengpässe wegfallen. Nicht nur der Höhepunkt der Krise, sondern auch die längerfristigen Folgen müssen unbedingt berücksichtigt werden. Die zuletzt beschlossenen Maßnahmen werden ansonsten schnell zum Tropfen auf den heißen Stein.

Auf uns Pflegende kommt es aktuell an! Wir übernehmen natürlich Verantwortung in dieser Krise und werden mit weiteren Maßnahmen in den nächsten Tagen das Land Rheinland-Pfalz und die Versorgung der Bevölkerung, in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, unterstützen. Dies werden wir vorrangig durch die Hilfen für unsere Mitglieder tun, die aktuell an vorderster Front stehen!“, betont Mai.

 

 

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