Neue Aufgabenverteilung im Gesundheitswesen - jetzt zeitnah neu regeln

Mainz, 19.02.2020

Mehr finanzielle Mittel für Akademisierung der beruflichen Pflege notwendig - Verstärkte Kooperation zwischen Ärzten und Pflegefachpersonen wünschenswert

„Das von der Stiftungsallianz veröffentlichte Positionspapier zur Zukunft der Pflege beinhaltet Forderungen, die wir so weitgehend unterstützen. Insbesondere der Aspekt einer neuen interprofessionellen Aufgabenverteilung muss nun aus unserer Sicht auf die Tagesordnung der aktuellen Gesundheitspolitik. Es müssen jetzt jenseits aller akademischen und berufsständisch traditionsverliebten Diskussionen klare Vereinbarungen getroffen werden, wofür wir uns unter anderem in AGs und Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt „Berufsfeldentwicklung“ einsetzen. Als politische Interessenvertretung der Pflegefachpersonen in Rheinland-Pfalz setzt die Landespflegekammer gerade in diesem Bereich die nötigen Akzente, unter anderem durch Treffen mit Vertretern anderer Heilberufe. Den interdisziplinären Austausch werden wir auch in Zukunft stärken, um die Kooperation zwischen Ärzten und Pflegefachpersonen weiter voranzutreiben. Zudem müssen für die Akademisierung der Pflegefachpersonen durch die Länder noch deutlich mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden als dies bis Dato bereits vorgesehen ist. Auch deswegen ist der Dialog mit den Hochschulen von großer Bedeutung und wird daher weiter intensiviert“, so Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

Unter dem Titel „Pflege kann mehr“ formulieren die Robert Bosch Stiftung, die Bertelsmann Stiftung und die Stiftung Münch in ihrem gemeinsamen Positionspapier fünf zentrale Positionen: zur Professionalisierung, zu erweiterten Kompetenzen, zur Akademisierung und Selbstverwaltung sowie zur Förderung von Exzellenz in der Pflege. Aus Sicht der Stiftungen ist es jetzt dringend erforderlich, dass die Politik einen entschlossenen Kurswechsel hin zu einer nachhaltigen Professionalisierung und Aufwertung der Pflege mit erheblich mehr Akademisierungsanstrengungen und Karrieremöglichkeiten für die Beschäftigten vorantreibt.

„Der internationale Vergleich zeigt deutlich, dass wir im Gegensatz zu anderen Staaten in der beruflichen Pflege lediglich als Entwicklungsland durchgehen. Nur mit besseren Arbeitsbedingungen, einer fairen Lohnstruktur anhand eines allgemein verbindlichen Branchentarifvertrages und mehr Ausbildungsplätzen kann die Attraktivität des Pflegeberufs gesteigert werden. Sollten die von der Stiftungsallianz formulierten Warnungen nicht berücksichtigt werden, droht ein sich verschärfender Pflegefachkräftemangel mit verheerenden Folgen. Dafür ist es notwendig, dass die professionelle Pflege bei den elementaren Entscheidungen mit am Tisch sitzt und sich die beruflich Pflegenden verstärkt organisieren. Pflegekammern bieten eben diese Möglichkeit, worauf die Stiftungsallianz in ihrem Papier ebenfalls hinweist. In Rheinland-Pfalz haben wir mit Verabschiedung der Berufsordnung einen wichtigen Schritt getan und ganz klar definiert, welchen Bereich die berufliche Pflege überhaupt abdeckt. Pflege kann eben nicht jeder, was sowohl aus der Berufsordnung als auch dem Positionspapier der Stiftungsallianz hervorgeht“, sagt Mai.

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