Pflegeexpertise muss zwingend auf allen Managementebenen von Einrichtungen im Gesundheitswesen vertreten sein

04.05.2018, Mainz

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Landespflegekammer unterstützt Zeller Erklärung des Bundesverbands Pflegemanagement

„Pflegefachbezogene Kompetenzen müssen in allen Entschei­dungsebenen eines Unternehmens abgebildet werden, um Versorgungsdefizite durch unzureichende und inkompetente Steuerung zu vermeiden!“ Mit klaren Worten erklärt der Präsident der rheinland-pfälzischen Landespflegekammer, Dr. Markus Mai, die Unterstützung der Kammer zur so genannten Zeller Erklärung des Bundesverbands Pflegemanagement. „Wir Pflegenden sind nicht nur die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen, wir haben vielmehr auch den intensivsten Kontakt zu Patientinnen und Patienten sowie generell zu den Pflegeempfängerinnen und –empfängern. Als Angehörige einer hoch innovativen und empathischen Berufsgruppe bringen wir Sachverstand und flexible Denkansätze in die Unternehmensführung ein,“ stellt Mai dar, der diese Fähigkeiten als besonders nutzbringend in der Unternehmensführung sieht.

Der Bundesverband Pflegemanagement zielt mit seiner Zeller Erklärung darauf ab, Entscheidungsträgerinnen und –träger zu einer stärkeren Partizipation von Pflegemanagerinnen und –managern zu sensibilisieren. „Das Pflegemanagement in den Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegewesens ist in allererster Linie dem Wahren des Qualitätsanspruchs verpflichtet. Neben ärztlichen, kaufmännischen oder weiteren Verantwortlichen, die ebenso entscheidend für den Erfolg von Einrichtungen sind, muss daher künftig flächendeckend Pflegeexpertise maßgeblich mit in alle Entscheidungsstrukturen einfließen, in denen Entscheidungen mit Auswirkungen auf die Versorgungsqualität der jeweiligen Einrichtung getroffen werden – und das zwingend,“ fordert Mai, der selbst jahrelang als verantwortlicher Pflegemanager tätig war. Dabei ist es egal, ob es sich um Krankenhäuser, Altenpflegeeinrichtungen oder ambulante Dienste handelt.

Unternehmerische Veränderungsprozesse mit allen Berufsgruppen umsetzen

Unternehmen, auch und gerade diejenigen aus der Gesundheitsbranche, sehen sich einem steten Veränderungsbedarf gegenüber. Die Bedarfe und Prozesse sind dabei mit allen Berufsgruppen zu konstatieren und umzusetzen, um erfolgreich zu sein. „Die beruflich Pflegenden sind bei zentralen Unternehmensentschei­dungen gleichberechtigt einzubeziehen, um diese Kompetenz zu nutzen. Ein Ausblenden bestimmter fachlicher Aspekte führt kontinuierlich zu Versorgungsfehlern,“ so Mai. Dies sei für Pflegeempfängerinnen und –empfänger nicht zumutbar und führe darüber hinaus zu wirtschaftlichem Schaden für die Einrichtungen.

Professionelle Pflege ist ein wesentlicher Faktor im Gesundheitswesen. Die gleichwertige Einbindung in allen Führungsebenen von Unternehmen ist damit zwingend notwendig, um eine qualitativ hochwertige Versorgung der Bevölkerung dauerhaft sicherzustel­len.

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