Pflegefachpersonen sind bei Bereitstellung von Covid-19-Tests zu priorisieren!

Mainz, 27.04.2020

Fortsetzung der Bundesligasaison soll durch regelmäßige Tests gewährleistet werden – Sicherung der Patientenversorgung kommt vor Sportunterhaltung

„Die Corona-Pandemie führt dazu, dass wir uns ganz konkret mit Priorisierungsfragen beschäftigen müssen. Für uns steht fest, dass Beschäftigte im Gesundheitswesen bei der Durchführung von Covid-19-Tests bevorzugt behandelt werden sollten. Die pflegerische Versorgung hat für die Gesellschaft oberste Priorität, über die Systemrelevanz der beruflichen Pflege muss wohl kaum diskutiert werden. Wenn wir offen über die Fortsetzung der Bundesligasaison sprechen und hierfür sogar das Bereitstellen von 20.000 Tests in Erwägung ziehen, darf dies nicht zum Nachteil für systemimmanente Berufsgruppen werden. Als Fußballfan würde ich mich wie alle anderen auch freuen, wenn es endlich wieder mit der Bundesliga losgeht. Aber ist es gerechtfertigt, dass dafür diese enorme Anzahl an Tests zur Verfügung gestellt wird? Insbesondere wenn man bedenkt, dass man immer noch nicht genügend Tests für Pflegefachpersonen und Pflegebedürftige zur Verfügung stehen. Daher liegt es in unserer Verantwortung, dass erst einmal die beruflich Pflegenden und alle systemrelevanten Personen mit diesen Tests in ausreichendem Maße versorgt werden. Ansonsten entsteht demnächst der Eindruck, ein Profifußballer kann gleich mehrere Tests absolvieren, während die systemrelevante Pflegefachperson hierauf nur hoffen kann“, so Hans-Josef Börsch, Vorstandsmitglied der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

Der Spielbetrieb der Fußballbundesliga wurde aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus vor zwei Monaten auf Eis gelegt. Ab dem 9. Mai soll die Saison unter strengen Auflagen fortgesetzt werden. Dazu gehören routinemäßige Tests sowie das Austragen von Punktspielen vor leeren Rängen, sogenannten „Geisterspielen“. Das Robert-Koch-Institut hat bereits seine Bedenken geäußert und plädiert dafür, die Tests bei „medizinischen Indikationen“ einzusetzen. In den vergangenen Wochen wurden Bundesligaspieler auch ohne Infektionsverdacht getestet, während systemrelevantes Personal im Gesundheitswesen weiterhin auf Tests warten muss.

 

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