Wir können nicht gut genug gewappnet sein

Mainz, 1.10.2020

Land Rheinland-Pfalz weitet Corona-Prämie für Krankenhäuser aus – Zentrale Meldestelle der Landespflegekammer registriert weiter freiwillige Unterstützer

„Mit der freiwilligen Verdopplung des vom Bund gezahlten Bonus setzt Rheinland-Pfalz ein wichtiges Zeichen. So erhalten einerseits besonders gefährdete Pflegefachpersonen eine höhere finanzielle Anerkennung. Zusätzlich würdigt man den Einsatz von Beschäftigten aus anderen Bereichen, die bei ihrer Tätigkeit ebenfalls einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Nur durch den unermüdlichen Einsatz des Pflegepersonals konnte verhindert werden, dass die Gesundheitsversorgung in Kliniken und Einrichtungen einbricht. Dies muss man auch dementsprechend honorieren. Daher muss in einem weiteren Schritt sichergestellt werden, dass auch wirklich jede durch COVID-19 gefährdete Pflegefachperson die Sonderprämie erhält. Insofern sehen wir einen deutlichen gesetzlichen Nachbesserungsbedarf auf Bundesebene“, so Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat gestern angekündigt, die beschlossene Corona-Prämie für Krankenhäuser ausweiten zu wollen. Neben dem Pflegepersonal sollen auch andere in der Pandemie besonders belastete Beschäftigte wie das Personal in der Notaufnahme, Reinigungskräfte und Laborbeschäftigte in Krankenhäusern eine Prämie erhalten. Wer das Geld bekommt sollen die Krankenhausträger in Absprache mit den Arbeitnehmervertreten festlegen. Die Prämien sollen bis zum Jahresende gezahlt werden.

„Gerade bei der Arbeitsbelastung müssen wir dringend gegensteuern. Mit der Lockerung des Arbeitszeitgesetzes und der Aussetzung der Pflegepersonaluntergrenzen hat es angefangen. Dazu kam dann noch der coronabedingte Personalausfall und die nicht besetzten Stellen, die bei der Bekämpfung der Krise elementar waren. Zur Folge hatten diese fatalen Entwicklungen, dass in allen Pflegesettings Kolleginnen und Kollegen regelmäßig an ihre Belastungsgrenzen gestoßen sind. Die wichtigste Voraussetzung für die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung ist eben nun mal eine bedarfsgerechte Personalausstattung. Deswegen unterstützen wir hier die gesundheitspolitische Diskussion, die eine Abkehr von mengenbezogenen Vergütungsformen hin zu mehr pauschalisierter Grundvergütung fordert“, sagt Mai.

„In diesem Sinne möchten wir auch noch einmal auf unseren Freiwilligen-Pflegepool aufmerksam machen, durch dessen Etablierung es zu einigen erfolgreichen Vermittlungen kommen konnte. Die breite Zustimmung hat gezeigt, dass wir hier etwas sehr Wichtiges in Gang gesetzt haben. Jetzt gilt es, die Anzahl der im Pool enthaltenden Unterstützerinnen und Unterstützer weiter auszubauen, um so für einen potentiellen Notstand gewappnet zu sein. Von politischen und gesellschaftlichen Stimmen, die das Coronavirus verharmlosen, distanzieren wir uns deutlich!“, betont Mai.

 

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