Enquete-Kommission zur Corona-Pandemie gestartet – Pflegeexpertise fehlt

Mainz, 17. September – Fünf Jahre nach dem Ausbruch von Corona startet der Bundestag die Aufarbeitung. Eine Enquete-Kommission soll Erfahrungen bündeln und Empfehlungen für künftige Krisen entwickeln. Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz kritisiert, dass dabei pflegerische Expertise bislang außen vor bleibt.

 

Unter Vorsitz von Franziska Hoppermann (CDU) arbeiten Abgeordnete aus allen Fraktionen sowie 14 Sachverständige daran, ein umfassendes Bild der Pandemie und der staatlichen Maßnahmen zu erstellen. Ziel sei es, Daten und Fakten verständlich aufzubereiten, Transparenz zu schaffen und konkrete Handlungsempfehlungen für den Umgang mit künftigen Krisen vorzulegen. Der Abschlussbericht ist bis zum 30. Juni 2027 vorgesehen.

 

Die Landespflegekammer begrüßt die Einrichtung der Kommission ausdrücklich, ist jedoch überrascht, dass bislang keine pflegerische Expertise einbezogen wurde.

 

„Pflegefachpersonen haben während der Pandemie entscheidende Erfahrungen gesammelt. Diese Kenntnisse sind unverzichtbar, wenn es darum geht, für künftige Pandemien und Krisen besser gerüstet zu sein“, betont Dr. Markus Mai, Präsident der Pflegekammer Rheinland-Pfalz.

 

Er appelliert an die Mitglieder der Kommission, die Expertise der Pflege in die Beratungen miteinzubeziehen. Gerade in Krisen- und Katastrophenszenarien komme der Pflege eine besondere Rolle zu, die in der Vergangenheit oft zu wenig berücksichtigt wurde. Davon hänge schließlich ab, wie gut die pflegerische Versorgung und Sicherheit von Patientinnen und Patienten in künftigen Krisen gewährleistet werden kann. Jetzt biete sich eine Korrektur an, die Pflegeperspektive systematisch in zukünftige Planungen einzubeziehen.

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