Koalitionsvertrag setzt Impulse für die Pflege – Anerkennung der Kammer als Partnerin auf Augenhöhe

Mainz, 05. Mai 2026 – Der Koalitionsvertrag von CDU und SPD in Rheinland-Pfalz enthält gute Ansätze für die Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung im Land. Aus Sicht der Landespflegekammer kommt es nun darauf an, dass den Ankündigungen konkrete Maßnahmen folgen und die Kammer als Partnerin auf Augenhöhe anerkannt wird.

 

Positiv bewertet die Kammer insbesondere das Vorhaben, Pflege stärker im Quartier zu verankern. Der geplante Ausbau vernetzter Versorgungsangebote, ambulanter Strukturen sowie von Kurzzeit-, Tages- und Verhinderungspflege kann die Versorgung vor Ort spürbar verbessern. Auch der angekündigte Bürokratieabbau und die Einführung eines digitalen Pflegeplatzfinders sind aus Sicht der Kammer sinnvolle Schritte.

 

Ein wichtiges Signal ist zudem die geplante Stärkung der Beratung. Pflegestützpunkte sollen verlässlich abgesichert und die aufsuchende Beratung weiter ausgebaut werden. Hervorzuheben ist auch die beabsichtigte Verdopplung der Fachkräfte im Programm „GemeindeschwesterPlus“.

 

Gleichzeitig macht die Landespflegekammer deutlich, dass Absichtserklärungen allein nicht ausreichen, um den bestehenden Herausforderungen wirksam zu begegnen. In vielen, insbesondere ländlichen Regionen sinkt bereits jetzt die Zahl der Pflegefachpersonen durch altersbedingte Abgänge dramatisch. Der Zuzug internationaler Pflegeexpertinnen und -experten wird diese Entwicklung nicht kompensieren. Notwendig sind gezielte Maßnahmen, um Pflegefachpersonen im Beruf zu halten oder für eine Rückkehr zu gewinnen.

 

Grundlage hierfür ist das Selbstverständnis der Pflege als eigenständiger Heilberuf mit fachlicher Autonomie und eigenem Leistungsspektrum. Die Pflegekammer forciert die Professionalisierung des Berufsfeldes durch qualifizierte Fort- und Weiterbildung und stärkere Akademisierung.

 

Die Pflegekammer warnt eindringlich davor, die pflegerische Selbstverwaltung zu schwächen. Die aktuelle ‚Hopp-oder-Topp-Mentalität‘ im Koalitionsvertrag schadet dem Berufsstand massiv. Stattdessen müssen die bestehenden Strukturen konsequent und unabhängig von Umfragen weiterentwickelt werden. Wenn die Koalitionspartner die Pflege ernsthaft stärken wollen, gelingt dies nur durch eine Selbstverwaltung, welche die Interessen der Berufsgruppe wahrt und eine hochwertige pflegerische Versorgung der Bevölkerung sicherstellt

 

Als zentrales Sprachrohr sorgt die Kammer dafür, dass Fachwissen unmittelbar in politische Entscheidungen einfließt. In Rheinland-Pfalz begleiten Pflegefachpersonen gesundheitspolitische Vorhaben nicht nur, sie gestalten sie aktiv mit. Besonders in Krisen- und Katastrophenfällen ist eine handlungsfähige Selbstverwaltung unverzichtbar. Wir fordern von der neuen Landesregierung ein klares Bekenntnis zur professionellen Pflege und die Anerkennung der Kammer als Partnerin auf Augenhöhe.

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