Landespflegekammer fordert mehr Aufmerksamkeit für die Auswirkungen von Extremhitze auf die pflegerische Versorgung

Mainz, 11. Juni 2026 – Anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstages am 11. Juni fordert die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz mehr Aufmerksamkeit für die Auswirkungen von Extremhitze auf die pflegerische Versorgung. Die Kammer ist Partner des Hitzeaktionstages und Teil des bundesweiten Netzwerks, das auf gesundheitlichen Hitzeschutz aufmerksam macht. Der diesjährige Aktionstag steht unter dem Motto „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“.

 

Bereits Ende Mai wurden in Rheinland-Pfalz die ersten Hitzetage des Jahres registriert. Gleichzeitig meldeten mehrere europäische Länder, darunter Frankreich und England, neue Temperaturrekorde. Erste sogenannte Hitzedom-Szenarien verdeutlichen, dass Extremhitze längst keine Ausnahmeerscheinung mehr ist. Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz sieht darin eine wachsende Herausforderung für das Gesundheitswesen und insbesondere für die Pflege.

 

„Pflegefachpersonen tragen bei Hitze eine doppelte Verantwortung: Sie schützen besonders gefährdete Menschen und sind gleichzeitig selbst hohen körperlichen Belastungen ausgesetzt“, erklärt Kammerpräsident Dr. Markus Mai. „Deshalb müssen Hitzeschutzkonzepte künftig stärker in der pflegerischen Versorgung und im Katastrophenschutz verankert werden.“

 

Aus Sicht der Landespflegekammer gehört die Pflege bei der Planung von Maßnahmen zum Bevölkerungsschutz und zur Krisenvorsorge konsequent mit an den Tisch. Bereits vor mehreren Jahren hatte die Kammer dem Land Rheinland-Pfalz Vorschläge für eine stärkere Einbindung der professionellen Pflege in Konzepte des Katastrophenschutzes vorgelegt. Angesichts zunehmender Extremwetterlagen gewinnt dieses Thema weiter an Bedeutung.

 

Neben dem Schutz von Menschen mit Pflegebedarf fordert die Kammer auch bessere Rahmenbedingungen für die Beschäftigten. Dazu gehören wirksame Maßnahmen zum Hitzeschutz am Arbeitsplatz sowie Investitionen in eine wirksame Infrastruktur. Noch immer verfügen viele Einrichtungen nicht über ausreichend hitzeresiliente Gebäude, geeignete Verschattungssysteme oder technische Kühlmöglichkeiten.

 

„Hitzeresiliente Pflege braucht mehr als kurzfristige Maßnahmen an heißen Tagen“, so Mai. „Wir benötigen langfristige Investitionen in Gebäude, Ausstattung und Notfallkonzepte. Gleichzeitig müssen Pflegefachpersonen bei der Entwicklung und Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen einbezogen werden.“

 

Um das Thema frühzeitig aufzugreifen, hat die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz im Vorfeld des Hitzeaktionstages das Webinar „Extremhitze: Pflege im Spannungsfeld zwischen Vorsorgen und Versorgen“ angeboten. Im Mittelpunkt standen wissenschaftliche Erkenntnisse zu den gesundheitlichen Folgen von Hitze, konkrete Schutz- und Anpassungsmaßnahmen, der Eigenschutz von Pflegenden sowie der Schutz besonders gefährdeter Menschen. Darüber hinaus wurde die Frage diskutiert, welche strukturellen und politischen Veränderungen notwendig sind, um die Pflege langfristig auf zunehmende Hitzeereignisse vorzubereiten.

 

Der Hitzeaktionstag wird in diesem Jahr von einem Bündnis aus mehr als 150 Partnerorganisationen getragen. Bundesweit finden rund 150 Veranstaltungen statt, um über die gesundheitlichen Risiken von Hitze aufzuklären und Maßnahmen zur Vorsorge zu stärken.

 

Weitere Informationen, kostenlose Schulungsmaterialien, Hinweise zu hitzebedingten Gesundheitsrisiken sowie Muster-Hitzeschutzpläne finden Interessierte unter hitze.info.

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