Hintergrund
In vielen Kliniken und Pflegeeinrichtungen herrscht ein Mangel an qualifizierten Pflegefachpersonen, weshalb vermehrt auf Leiharbeit zurückgegriffen wird, um den Personalmangel zu kompensieren und die Versorgung der Pflegebedürftigen sicherzustellen. Leiharbeit bietet den Leiharbeitskräften vor allem aufgrund ihrer Flexibilität attraktive Möglichkeiten.
Sie können ihre Einsatzorte flexibel bestimmen und werden in der Regel besser entlohnt als das Stammpersonal. Für Unternehmen wiederum bringt Leiharbeit den Vorteil, dass sie Leiharbeitskräfte kurzfristig ein- und abbestellen können.
Neben den bekannten kleinen und mittleren privatwirtschaftlichen Anbietern von Leiharbeit wird unter anderem auch bei großen Wohlfahrtsverbänden Leiharbeit in der Pflege angeboten.
Leiharbeit in der Pflege hat jedoch viele schwerwiegende Folgen. Diese betreffen vor allem das Stammpersonal sowie die Versorgung von Patient:innen. Zudem begeben sich die Unternehmen in Abhängigkeiten, die kaum zu beherrschen sind und die dadurch die Herausforderungen, die durch Leiharbeit entstehen, weiter vergrößern.
In diesem Positionspapier werden daher Argumente zur Reduzierung der Leiharbeit hervorgebracht. Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz möchte jedoch betonen, dass sie mit ihrer Position keineswegs Leiharbeitskräfte
angreifen möchte. Vielmehr möchten wir darauf hinweisen, dass der Umfang der Leiharbeit zu groß ist und eine verstärkte Nutzung von Leiharbeit die Qualität der Versorgung beeinträchtigen kann.
Wir respektieren die vorhandenen gegensätzlichen Positionen zu diesem Thema und sind offen für Diskussionen.