Neuer Bundesgesundheitsminister: Pflegekammer setzt auf Dialog und Reformen gemeinsam mit der Pflege

Mainz, 27. Juli 2026 – Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz gratuliert Carsten Linnemann zur Übernahme des Amtes des Bundesministers für Gesundheit und wünscht ihm für seine neue Aufgabe viel Erfolg.

 

Mit seinem Amtsantritt übernimmt der neue Bundesgesundheitsminister Verantwortung in einer Zeit enormer Herausforderungen. Neben der langfristig tragfähigen Finanzierung des Gesundheitswesens steht vor allem die Zukunft der Pflege im Fokus. Angesichts der finanziellen Schieflage der Pflegeversicherung und offener Reformvorhaben bleibt dem neuen Gesundheitsminister nur wenig Zeit, betont Kammerpräsident Dr. Markus Mai: „Die geplante große Pflegereform – insbesondere das vorgelegte Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) – erfordert ein durchdachtes Gesamtkonzept statt kurzfristiger Maßnahmen.“

 

Umso wichtiger ist es, dass sich die Pflegepolitik nicht von parteipolitischen Personalentscheidungen bestimmen lässt. Die Pflege benötigt verlässliche Rahmenbedingungen, klare Zuständigkeiten und langfristige politische Perspektiven.

 

Für Rheinland-Pfalz haben diese Themen eine besonders hohe Bedeutung. Als Flächenland steht die pflegerische Versorgung insbesondere in ländlichen Regionen zunehmend unter Druck. Nach Einschätzung der Landespflegekammer wachsen ohne Gegenmaßnahmen die Risiken regionaler Versorgungsengpässe weiter an. Das gemeinsame Ziel muss sein, dass die Menschen auch künftig überall im Land verlässlich pflegerisch versorgt werden.

 

Mit den angekündigten Reformen auf Bundesebene stehen im Gesundheitswesen wichtige Weichenstellungen bevor. Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz erwartet, dass unter Bundesminister Linnemann die pflegefachliche Expertise stärker eingebunden wird. Die zentralen Handlungsfelder liegen klar auf dem Tisch: eine bedarfsgerechte Personalbemessung, eine verlässliche Finanzierung der professionellen Pflege, der Abbau von Bürokratie sowie die Stärkung der Kompetenzen von Pflegefachpersonen. Zugleich gilt es, die von zahlreichen Akteuren des Gesundheitswesens geäußerte Kritik an den GKV-Sparmaßnahmen und den geplanten Reformen ernst zu nehmen und konstruktiv aufzugreifen.

 

„Die Pflege begleitet Menschen so lange und so eng wie keine andere Berufsgruppe im Gesundheitswesen. Deshalb muss ihre fachliche Expertise in politische Entscheidungen einbezogen werden. Nur so entstehen Reformen, die sich in der Praxis bewähren“, sagt Mai. „Wir bieten dem Bundesgesundheitsministerium unsere fachliche Expertise und die Erfahrungen von rund 40.000 Pflegefachpersonen in Rheinland-Pfalz an.“

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