Pflegekammer begrüßt härteres Vorgehen gegen Gewalt im Gesundheitswesen

Mainz, 16. September 2026 – Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz begrüßt die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann, Angriffe auf Beschäftigte im Gesundheitswesen härter zu bestrafen. Der Staat müsse deutlich machen, dass Gewalt gegen Menschen, die andere versorgen und pflegen, nicht hingenommen wird. Zugleich fordert die Kammer, den Schutz der Beschäftigten in den Einrichtungen weiter zu verbessern.

 

Wie groß das Problem ist, zeigen die Ergebnisse der Allensbach-Studie der Landespflegekammer aus dem Jahr 2025. Rund 70 Prozent der befragten Pflegefachpersonen in Rheinland-Pfalz berichten von körperlichen Übergriffen durch Patientinnen, Patienten oder Angehörige. Die Bandbreite reicht von Beleidigungen und Bedrohungen bis hin zu körperlichen Angriffen. Besonders betroffen sind jüngere Beschäftigte. Fast die Hälfte der unter 30-Jährigen gab zudem an, fachlich nicht ausreichend auf solche Situationen vorbereitet zu sein.

 

„Gewalt ist niemals hinnehmbar. Wer Menschen pflegt und versorgt, darf nicht damit rechnen müssen, bei der Arbeit beleidigt, bedroht oder angegriffen zu werden“, sagt Andrea Bergsträßer, Vizepräsidentin der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz und Pflegedirektorin am Westpfalz-Klinikum. „Viele Betroffene leiden noch lange unter solchen Erlebnissen. Sie können auch dazu beitragen, dass Pflegefachpersonen ihren Beruf früher verlassen.“

 

Nach den vorliegenden Plänen sollen Angriffe auf medizinisches und pflegerisches Personal konsequenter verfolgt und härter bestraft werden. Außerdem sollen die Verfahren beschleunigt werden. Die Landespflegekammer unterstützt die angekündigte Null-Toleranz-Linie und ermutigt Pflegende gleichzeitig dazu, Übergriffe nicht hinzunehmen, sondern konsequent zur Anzeige zu bringen.

 

Es sei allerdings auch wichtig, dass Gewaltprävention früher ansetze. Dazu brauche es ausreichend finanzierte Schutzkonzepte, Deeskalationstrainings sowie medizinische und psychologische Unterstützung nach Vorfällen. Vor allem jüngere Pflegefachpersonen müssten frühzeitig auf den professionellen Umgang mit Gewalt- und Konfliktsituationen vorbereitet werden.

 

Die Landespflegekammer steht Mitgliedern hierbei beratend zur Seite und unterstützt nach Gewalterfahrungen.

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