06.11.2017, Mainz

Gewalt in der Pflege wird thematisiert

Gemeinsame Fachtagung der Landespflegekammer, des Gesundheitsministeriums und der PflegeGesellschaft findet am 09. November in Mainz statt


Unter dem Motto „Kultur der Wertschätzung und des Hinschauens – Tabus abbauen, indem man über sie spricht“ findet am 09. November 2017 ein gemeinsamer Fachtag der Landespflegekammer, des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie und der PflegeGesellschaft in der Geschäftsstelle der Kammer statt. Beginn ist um 09:30 Uhr.


„Als zahlenmäßig größte Berufsgruppe im Gesundheits- und Sozialwesen leisten beruflich Pflegende einen erheblichen Beitrag bei der Erbringung und Sicherstellung der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung. Gerade professionelle Pflegepersonen sind häufig nahe Kontakt- und Vertrauenspersonen von pflegebedürftigen Menschen und haben aus ethischer und rechtlicher Sicht die Aufgabe, pflegebedürftige Menschen vor Schäden zu schützen, ihre Arbeit zum Wohle derer auszuführen und nötigenfalls für deren Bedürfnisse, Interessen und Rechte einzustehen“, betont Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer.


Im Rückblick auf die Ereignisse in einer stationären Pflegeeinrichtung in Rheinland-Pfalz im Jahr 2015, die im Winter 2016/2017 bekannt wurden, gilt es, die fachliche Diskussion zum Thema ‚Gewalt und Pflege‘ zu befördern. Der Blick für einen respektvollen und achtsamen Umgang soll geschärft und alle Beteiligte sensibilisiert werden. Mit einer „Kultur des Wertschätzens und Hinschauens“ können Menschen, die auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind, vor Gewalt geschützt werden. Auch professionell Pflegende, die im Rahmen ihrer Tätigkeit selbst Gewalt erfahren, müssen im Umgang damit weiter geschult werden.


„In vielen Einrichtungen im Land ist das Thema schon lange kein Tabu mehr. Vielmehr gibt es eine Vielzahl von Ideen, Lösungsansätzen und Konzepten, die in Rheinland-Pfalz angeregt und umgesetzt wurden. Im Rahmen unserer gemeinsamen Fachtagung haben die Landespflegekammer, die PflegeGesellschaft und das Ministerium eine Auswahl von gelungenen Beispielen zusammengestellt, die Schule machen könnten“, ist Mai überzeugt.


Anhand von Best-Practice-Beispielen und gemeinsamen Workshops werden die Teilnehmenden Strategien im Umgang mit Gewalterfahrungen kennenlernen und weiterentwickeln können. Ziel des gemeinsamen Fachtags ist es, das Tabuthema „Gewalt in der Pflege“ weiter in der Öffentlichkeit zu diskutieren und die „Kultur des Wertschätzens und Hinschauens“ noch stärker zu etablieren.

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