Ergebnisse der Befragung Fachsprachüberprüfung

„Wer spricht – pflege bereits!“


Wenn Pflegende kommunizieren, gestalten sie die Pflegebeziehung zum Patienten, Bewohnern und den Angehörigen. Sie organisieren, informieren, beraten, geben Orientierung, beruhigen, leiten an, fragen nach und pflegen damit Menschen, Kontakte, Abläufe und auch sich selbst.
Fachsprache ist damit eine der wichtigsten Komponenten der professionellen Pflegetätigkeit.
Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz hat den gesetzlichen Auftrag zukünftig die Fachsprachkompetenz ausländischer Pflegefachpersonen, die in Deutschland Ihre Tätigkeit aufnehmen möchten, zu überprüfen. Damit wird erstmals ein weiterer und bedeutender Baustein zur Sicherung der Qualität der pflegerischen Versorgung in Deutschland etabliert.
Zur Definition des erforderlichen Fachsprachniveaus sowie zur Erstellung eines Prüfleitfadens berief der Vorstand der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz ein Expertengremium ein. In regelmäßigen Arbeitstreffen werden zurzeit die Rahmenbedingungen einer Fachsprachüberprüfung definiert. Zudem sind die Pflegeexperten dabei, ein geeignetes Instrument zu entwickeln, das die Anforderungen an die pflegerische Fachsprache abbildet.

[1] vgl. Mantz, S.: Arbeitsbuch Kommunizieren in der Pflege: Mit heilsamen Worten pflegen, Kohlhammer Verlag, 2015

 

Ihre Meinung war gefragt!


Mittels einer Umfrage wurden die Erfahrungen im Umgang mit der Einarbeitung und Beschäftigung ausländischer Pflegefachpersonen in der Pflege erfasst. Der Link zur Befragung wurde zweimal über das Mitgliedermailing an die Mitglieder der Landespflegekammer versandt. Insgesamt 80 Pflegende haben an der Befragung teilgenommen. Der Befragungszeitraum belief sich auf 5 Wochen (Oktober | November 2016).
Die Befragung beinhaltet sechs Fragen zur Anwendungssituationen pflegerischer Fachsprache, konkreten Handlungsempfehlungen in der Einarbeitung und eine Beschreibung von Erfahrungen aus der Praxis. Die Teilnehmenden konnten folgenden Berufsgruppen bzw. Fachrichtungen zugeordnet werden:

Im Rahmen der Befragung wurden u.a. die wichtigsten Arbeitssituationen abgefragt, bei denen eine umfassende Fachsprachkompetenz unabdingbar ist, wie z.B. Pflegeanamnese erheben, Bedürfnisse des Patienten erfassen, einen schriftlichen Pflegebericht zu erstellen oder telefonische Anordnungen entgegen zu nehmen.

Als ein bedeutendes Ergebnis der Befragung kann die Tatsache gewertet werden, dass 86,7 % der Befragten angaben, in ihrem Team fremdsprachige Kolleginnen und Kollegen zu haben. Dies zeigt, dass in nahezu jedem Tätigkeitsbereich die Situation besteht, fremdsprachige Kolleginnen und Kollegen bedarfsgerecht einzuarbeiten und mit Ihnen gemeinsamen im Team zu arbeiten. Zudem ist eine Definition des Fachsprachniveaus der Pflege in der deutschen Sprache, als Voraussetzung, um in der Pflege in Deutschland arbeiten zu dürfen, dringend erforderlich. Dies soll unsachgemäße Pflegesituationen vorbeugen.

Darüber hinaus belegt die Umfragen, dass die fachsprachliche Kompetenz im gesamten Patientenversorgungsprozess von elementarer Wichtigkeit ist. Bei nahezu allen pflegerischen Tätigkeiten am Patienten, mit Angehörigen und im Team bedarf es einer hohen Sprachkompetenz.
Die Befragten äußerten auch, dass sie bereits Defizite in der Fachsprachkompetenz bei fremdsprachigen Kolleginnen und Kollegen beobachtet haben. Demnach haben ausländische Pflegende zu Beginn Ihrer Pflegetätigkeit häufig ein Fachsprachdefizit und erhebliche Kommunikationsschwierigkeiten im Arbeitsalltag.
Da fachsprachliche Defizite schnell zu Pflegefehlern bzw. unsachgemäßer Pflege führen können, ist es wichtig ein Sprachniveau vorauszusetzen, welches den Anforderungen der professionellen Pflegetätigkeit gereicht wird, so die Befragten.
Zudem sprachen sich die Teilnehmenden für ein umfassendes Einarbeitungs-/und Integrationskonzept aus und fordern eine 1zu1-Betreuung in der Einarbeitung, um eine optimale Anleitung und Integration der neuen Kolleginnen und Kollegen gewährleisten zu können. Die Einarbeitung sollte auch die privaten, sozialen und kulturellen Gegebenheiten beleuchten (z.B. Wohnsituation, soziales Umfeld usw.).

Tipps aus der Praxis
Pflegende, die selbst als fremdsprachige Kollegen in Deutschland ihre Tätigkeit aufgenommen haben, raten zum Spracherwerb regelmäßig Fachliteratur zu lesen, Fachbegriffe mithilfe von z.B. Vokabelkärtchen zu lernen und immer nachzufragen, wenn etwas nicht verstanden wurde.

Frau Ehrenstein, Vorstandsmitglied der Landespflegekammer, dankt im Namen des Expertengremiums für die Teilnahmebereitschaft an der Umfrage. Mit den Erfahrungen aus der Praxis, lassen sich die Anforderungen an eine Fachsprachüberprüfung klar und bedarfsgerecht definieren.

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