Alt werden darf kein Berufsrisiko sein!

Mainz, 18.04.2019

Altersgerechte Strukturen in der professionellen Pflege fehlen nach wie vor - Landespflegekammer erarbeitet Positionspapier mit Maßnahmen

„Der demografische Wandel stellt das deutsche Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Davon ist die berufliche Pflege selbstverständlich nicht ausgenommen. Da immer weniger junge KollegInnen nachrücken, verändert sich die Alterststruktur auf den Stationen und in den Einrichtungen stetig. Alarmierend ist hierbei, dass ältere Pflegefachkräfte oft nicht unter den richtigen Bedingungen arbeiten können. Dies führt zu einer erhöhten Fluktuation, die mittlerweile eines der größten Probleme für die berufliche Pflege darstellt. Daher ist es mehr als an der Zeit sich Gedanken um die „älteren“ Beschäftigten zu machen. Hohe Fehlzeiten aufgrund der täglichen Belastung, unflexible Arbeitszeiten sowie Schichtdienst sind Faktoren, mit denen Pflegefachpersonen ab 50 Jahren verstärkt zu kämpfen haben. Es müssen endlich Strategien gefunden werden, um älteren Mitarbeitern eine langfristige Erwerbstätigkeit zu ermöglichen“, sagt Professorin Brigitte Anderl-Doliwa, Vorstandsmitglied der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

So hat die Auswertung der Mitgliederdatenbank der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz ergeben, dass ca. 54 % der registrierten Pflegefachpersonen zwischen 41 und 61 Jahren alt sind. Dabei ist die Spitze des demografischen Eisberges noch nicht erreicht. Umso wichtiger ist es, schnellstmöglich altersgerechte Strukturen in der professionellen Pflege zu schaffen. Die Vertreterversammlung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz hat hierzu ein Positionspapier entwickelt, in dem Maßnahmen zum Schutz älterer Arbeitnehmer aufgelistet sind.

„Aufgrund der schwierigen Situation älterer Arbeitnehmer setzen wir uns für die Schaffung altersgerechter Arbeitsplätze und für eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung ein. Weiterhin sind pflegeunterstützende Ausstattungen am Arbeitsplatz als auch ausreichende Regenerationszeiten erforderlich. Zudem muss in Einrichtungen eine Arbeitskultur geschaffen werden, die das berufliche Pflegen im hohen Alter begünstigt und älteren Pflegefachpersonen die nötige Wertschätzung schenkt. Dies gelingt nur, wenn älteren Arbeitnehmern anspruchsvolle Aufgaben übertragen werden und sie die Möglichkeit bekommen, an Fort- und Weiterbildungen teilzunehmen. Wer vom beruflichen Erfahrungswissen der Angestellten profitieren will, muss dementsprechend auch in die Gesundheit und Motivation der Pflegefachpersonen investieren. Gerade in der Pflege sind lebensphasengerechte Arbeitsplätze essentiell. Ohne diese laufen wir Gefahr, beruflich Pflegende mit hoher Expertise und langjähriger Erfahrung dauerhaft zu verlieren“, so Anderl-Doliwa.

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