Die Zukunft der Pflege entscheidet sich jetzt

Mainz, 3.2.2021

Wahlkampf der rheinland-pfälzischen Parteien geht in die entscheidende Phase

Am 14. März findet die rheinland-pfälzische Landtagswahl statt. Die Zukunft der beruflichen Pflege wird im Zuge der Corona-Pandemie bei den bevorstehenden Debatten eine besonders wichtige Rolle spielen. Durch die Verabschiedung der Wahlprogramme geht der Wahlkampf nun in die entscheidende Phase. Für die professionelle Pflege wünscht sich dabei Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, eine Kraftanstrengung der politischen Akteure:

„Am meisten betroffen sind bei dieser Krise selbstverständlich die Pflegefachpersonen in Einrichtungen und Kliniken, die sich jeden Tag einem hohen Risiko aussetzen und die pflegerische Versorgung intakt halten. Gewürdigt wurde der Einsatz im letzten Jahr mit der einmaligen Auszahlung von Corona-Sonderprämien, die leider viel zu niedrig ausgefallen sind und nicht genügend Pflegefachpersonen zur Verfügung standen. Für die Zukunft der beruflichen Pflege wünsche ich mir, dass die politisch Verantwortlichen das Engagement der Pflegefachpersonen in Heimen und Krankenhäusern in fairer Weise anerkennen“.

„Dazu gehört neben einer Reform der Vergütungsstruktur, die ja durch die Tarifparteien erfolgen muss, ein deutlicher Einsatz für wesentlich mehr Personal und die entsprechende Refinanzierung in der stationären und ambulanten Langzeitpflege. Ein flächendeckender und allgemein verbindlicher Tarifvertrag ist ein weiterer wichtiger Schritt, darf aber in seiner Wirkung nicht überschätzt werden, da die derzeit angestellten finanziellen Überlegungen eines solchen Tarifvertrages den Wert der beruflich Pflegenden leider noch nicht ausreichend abbilden, damit auch eine deutliche Signalwirkung in die Gesellschaft hinein entsteht. Dies wird erst dann der Fall sein, wenn die monatliche Grundvergütung von vollbeschäftigten Pflegefachpersonen bei mindestens 4.000 Euro liegt. Hier ist die Politik aufgefordert, klare Signale auch an die Tarifpartner zu senden“, sagt Mai.

„Daneben sehen wir jetzt schon deutliche Anzeichen einer weitgehenden Erschöpfung bei sehr vielen Pflegefachpersonen, die durch die erheblichen Belastungen der Corona-Pandemie noch erheblich verstärkt wird. Auch hier sind sehr schnell drastische Maßnahmen in die Wege zu leiten, damit nicht große Teile des Berufsstandes nach der Pandemie erst einmal komplett ausfallen und somit ein erheblicher Versorgungsengpass entsteht“, so Mai weiter.

 

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