Mainz, 29. September – Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz zeigt sich angesichts der unklaren Zukunft des Mainzer DRK Schmerz-Zentrums tief besorgt. Nach der Insolvenz im Februar war eine Übernahme durch das eigene Management in greifbarer Nähe. Nun gefährden Streitigkeiten um Rechte Dritter diesen Prozess. Pflegefachpersonen schlagen Alarm.
„Das DRK-Schmerz-Zentrum ist nicht nur für die Patientinnen und Patienten von unschätzbarem Wert, sondern auch für die dort tätigen hochspezialisierten Pflegefachpersonen“, betont Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz. „Sie verfügen über eine besondere Expertise in der interdisziplinären Schmerztherapie, die in Rheinland-Pfalz einzigartig und auch bundesweit von Bedeutung ist. Ein Verlust dieser Kompetenz wäre ein herber Schlag für die Versorgung und für die Weiterentwicklung pflegerischer Fachlichkeit.“
Die Landespflegekammer verweist darauf, dass die spezialisierten Pflegekräfte im Schmerz-Zentrum einen zentralen Beitrag leisten – von der kontinuierlichen Betreuung komplex erkrankter Menschen bis zur Umsetzung multiprofessioneller Behandlungskonzepte. Sollte das Zentrum zerschlagen oder in seiner Struktur verändert werden, drohe diese gebündelte pflegerische Kompetenz auseinanderzufallen.
Mai fordert daher ein klares Signal der Politik: „Es braucht jetzt die gemeinsame Verantwortung von Land, Stadt und Insolvenzverwaltung, um den Fortbestand des Zentrums zu sichern. Dabei muss die Expertise des gesamten multiprofessionellen Teams uneingeschränkt erhalten bleiben. Wir dürfen nicht zulassen, dass hochqualifizierte Pflegefachpersonen ihre berufliche Perspektive verlieren und gleichzeitig eine Versorgungslücke für Schmerzpatientinnen und -patienten entsteht.“
Die Landespflegekammer fordert von den Verantwortlichen ein eindeutiges Bekenntnis zum Fortbestand des Mainzer Schmerz-Zentrums. Nur wenn Kontinuität und Teamstruktur erhalten bleiben, kann die Versorgung auf dem hohen Niveau fortgeführt werden, die Betroffene dringend benötigen.