Mainz, 4. Dezember 2025 – Der Pflegetag Rheinland-Pfalz hat am 4. Dezember einen Besucherrekord erreicht: 1.500 verkaufte Tickets und über 60 Aussteller verwandelten die Mainzer Rheingoldhalle erneut in den größten Branchentreff für die Pflege im Südwesten.
Pflegefachpersonen aus allen Versorgungsbereichen, Auszubildende, Studierende sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Bildung und Einrichtungen nutzten den Tag zum Austausch, zur Weiterbildung und zur Diskussion über die Zukunft der Profession.
Im Zentrum des Programms standen Berufsstolz, Resilienz und moderne Arbeits- und Organisationsformen. Verschiedene Sessions boten auch Einblicke in akademische Karrierewege und aktuelle Entwicklungen der Pflegebildung. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Demokratie als gemeinsamer Auftrag“ beleuchtete die Bedeutung beruflicher Selbstverwaltung und nahm die Kammerwahl im Herbst 2026 in den Blick. Damit setzte der Pflegetag seine Tradition fort, Praxis, Wissenschaft und Gesundheitspolitik eng zu verbinden.
Eröffnet wurde der Pflegetag von Pflegekammer-Vizepräsidentin Andrea Bergsträßer. Anschließend begrüßte Dörte Schall, Ministerin für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung, die Teilnehmenden.
“Die Pflege von heute ist vielfältig. Die generalistische Berufsausbildung in der Fachpflege legt hierfür ein breites Fundament. Fort- und Weiterbildungen bauen hierauf auf. Das Ziel sind durchlässige Qualifikationspfade und Karrieremöglichkeiten. Wenn das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege aus dem Vermittlungsausschuss kommt, werden zudem auch Maßnahmen zur eigenständigen Heilkundeausübung durch Pflegefachpersonen in Kraft treten können. Um diese umzusetzen, benötigen Pflegefachpersonen die entsprechenden Kompetenzen.“
„Gleichzeitig gewinnt auch die akademische Pflegeausbildung an Bedeutung. Der rechtliche Rahmen für die Ausbildung wurde bereits deutlich verbessert. Wir erwarten, dass auch die konkreten Einsatzfelder weiterentwickelt werden“, sagte Sozialministerin Dörte Schall.
Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, zog ein positives Fazit: Der Pflegetag zeige eindrucksvoll, wie stark und groß die Community in Rheinland-Pfalz ist. Zugleich ordnete er die aktuelle Versorgungslage im Land ein:
„Unsere Mitglieder erleben jeden Tag, wie verletzlich unsere Strukturen sind, wie sehr Bürokratie bremst und wo Entscheidungsspielräume für gute Pflege fehlen. Wir brauchen jetzt endlich das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege.“ Vor allem dürften die offenen Fragen zur Krankenhausfinanzierung die Befungniserweiterung nicht ausbremsen – das hätte direkte Auswirkungen auf die Kammermitglieder und natürlich Folgen für die pflegerische Unterstützung und Behandlung der Menschen mit Land.
Ein besonderer Programmpunkt war der Talk „Zwischen Frustration und Hoffnung“ mit Madeline Calvelage und ihr mittlerweile verfilmtes Buch „HELDIN“. Ihre Einblicke zeigten eindrücklich, wie viel Engagement und Fachkompetenz der Pflegealltag verlangt. Am Nachmittag setzte das „Feierliche Versprechen“ ein deutliches Signal für den professionellen Anspruch und die gesellschaftliche Bedeutung der Pflege.
Neu auf dem diesjährigen Pflegetag war die erste „CareCon Start-up-Lounge“ mit innovativen Lösungen für den Pflegealltag. Gezeigt wurden unter anderem digitale Pflegerufsysteme, KI-gestützte Wearables, Hilfsmitteln für sehbehinderte Menschen und Angebote zur körperlichen Entlastung.
Darüber hinaus bot die begleitende Fachmesse einen umfassenden Überblick über Produkte, Dienstleistungen und neue Konzepte für verschiedene Versorgungsbereiche.
Bereits am Vorabend wurde der rheinland-pfälzische Pflegepreis für innovative Projekte, engagierte Teams und zukunftsweisende Konzepte verliehen. Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz und ihre Partner würdigen damit jährlich Pflegefachpersonen, die mit ihrem Einsatz die Versorgung im Land nachhaltig mitgestalten.