Mainz, 29. Juli 2025 – Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Pflegeausbildung zeichnen ein positives Bild: Im Jahr 2024 wurden rund 59.400 Ausbildungsverträge zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann neu abgeschlossen – neun Prozent mehr als im Vorjahr. Für die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz ist das ein klares Zeichen dafür, dass der Pflegeberuf an Attraktivität gewinnt. Gleichzeitig mahnt die Kammer weitere Investitionen an, um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und die Pflege zukunftsfest aufzustellen.
„Die steigenden Ausbildungszahlen sind ein wichtiges Signal. Sie zeigen: Der Pflegeberuf spricht viele Menschen an“, betont Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz. „Doch die Herausforderungen bleiben groß: Rund 30 Prozent der Auszubildenden brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab oder verlassen frühzeitig den Beruf wieder. Hier müssen wir dringend gegensteuern.“
Die Pflegekammer fordert daher eine gezielte Unterstützung vor Ort – insbesondere durch mehr Schulsozialarbeit an Pflegeschulen. „Wir müssen Auszubildende besser begleiten, um ihnen einen erfolgreichen Abschluss zu ermöglichen“, so Mai. Das gelte gerade auch mit Blick auf die Vielfalt der Ausbildungswege: Immerhin ist rund ein Fünftel der Auszubildenden älter als 30 Jahre.
Ein weiterer Schwerpunkt müsse auf der akademischen Pflegebildung liegen. Zwar befanden sich 2024 erstmals rund 1.200 Studierende in einem Pflegestudium, doch das reicht bei weitem nicht aus. „Wenn Pflegefachpersonen künftig mehr Verantwortung übernehmen sollen, etwa in der Versorgung, Beratung und Koordination, dann müssen wir die Akademisierung deutlich vorantreiben“, so Mai. „Dazu gehört auch, dass wir die Pflegelehrerausbildung stärker in den Fokus rücken.“
Die Landespflegekammer adressiert deshalb an die Landesregierung den klaren Auftrag, die Pflegebildung modern und zukunftsgerichtet auszurichten – sowohl im beruflichen als auch im akademischen Bereich. „Unser Ziel muss es sein, möglichst vielen Auszubildenden den Weg in den Beruf zu ebnen und gleichzeitig Perspektiven für Weiterentwicklung zu schaffen. Nur so sichern wir langfristig eine qualitativ hochwertige pflegerische Versorgung“, so Mai abschließend.