Woche der Demenz: Pflegekammer Rheinland-Pfalz setzt auf Aufklärung und ethische Präsenz

Mainz, 21. September – Mit Aufklärung und ethischer Präsenz will die Pflegekammer Rheinland-Pfalz dazu beitragen, den Umgang mit Demenz in der Pflege verantwortungsvoll zu gestalten.

 

Jedes Jahr macht der Welt-Alzheimertag am 21. September auf die Situation von Menschen mit Demenz aufmerksam. Gleichzeitig findet vom 19. bis zum 28. September die Woche der Demenz statt. Das Motto lautet dieses Jahr: „Demenz – Mensch sein und bleiben“. Weltweit auch in Deutschland steht dabei die Lebensrealität von 1,8 Millionen Betroffenen und ihren Angehörigen im Mittelpunkt. Ziel ist es Verständnis zu fördern, Vorurteile abzubauen und Wege für eine bessere Unterstützung aufzuzeigen.

 

Auch die Landespflegekammer engagiert sich regelmäßig für das Thema Demenz. In ihren Webinaren greift sie Fragen aus der Praxis auf – zuletzt mit dem Titel „Täuschen, um zu helfen? – Ein ethisches Dilemma in der Praxis“. Referent war Emmerich Berg, Ethikberater und Vorsitzender des Klinischen Ethik-Komitees des Verbundkrankenhauses Bernkastel/Wittlich und Mitglied der Vertreterversammlung der Landespflegekammer.

 

Im Mittelpunkt stand die Frage, ob Täuschung in der Betreuung von Menschen mit Demenz zulässig ist. Ein Beispiel: Eine Bewohnerin wird mit einem vorgetäuschten Telefonanruf davon abgehalten, das Pflegeheim zu verlassen. Aus der Perspektive der Fürsorge könnte das positiv bewertet werden, verletzt jedoch gleichzeitig auch die Selbstbestimmung der Bewohnerin.

 

Solche Situationen hinterlassen bei beruflich Pflegenden oft Zweifel, ob ihr Handeln ethisch vertretbar ist. Sie verdeutlichen darüber hinaus den hohen Reflexionsbedarf in der Praxis. Die Pflegekammer weist deshalb darauf hin, dass beruflich Pflegende, Austausch und gute Fortbildungsstrukturen brauchen, um ethische Fragen reflektieren zu können. Schlussendlich gehe es darum, die Würde der Betroffenen zu bewahren und die Versorgung auf hohem pflegerischem Niveau sicherzustellen. Präsentation und Webinar sind auf der Webseite der Kammer abrufbar.

 

Darüber hinaus wirkt die Pflegekammer an der Weiterentwicklung der Demenzstrategie Rheinland-Pfalz mit. Acht Empfehlungen liegen inzwischen vor. Sie reichen von der Enttabuisierung des Themas über mehr Beratung und Qualifizierung bis hin zu neuen Wohnkonzepten und einer besseren regionalen Vernetzung.

 

Teile diesen Beitrag

Jetzt einloggen